Cinespaniol-Trickfilmspezial: Anina
(Original mit Untertiteln)

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2013,Uruguay/Kolumbien, Regie Alfredo Soderguit, 72 MIn, DCP, FSK ab 0, OmdU

Anina Yatay Salas: Was für ein herrlicher, klangvoller Name! Jeder Teil davon ist vorwärts wie rückwärts gelesen genau gleich. Eigentlich könnte die Zehnjährige stolz sein auf dieses dreifache Palindrom, aber für sie stellt der Name – anders als für den Vater – ein großes Problem dar. Aninas Mitschüler machen sich einen Jux daraus, vor allem von Ysel wird sie ständig verspottet. Dass sie die dicke Rivalin als »Elefant« bezeichnet, ist natürlich auch nicht sehr fein. Als sich die Mädchen auf dem Pausenhof prügeln, hat die strenge Direktorin eine ganz spezielle disziplinarische Maßnahme für sie parat. Beide müssen eine Woche lang einen versiegelten schwarzen Briefumschlag bei sich tragen, den sie keinesfalls eher öffnen und von dem sie auch niemandem berichten dürfen. Von Alpträumen geplagt, ziehen sich die sieben Tage endlos in die Länge. Zusammen mit ihrer besten Freundin schmiedet Anina Pläne, um schon früher an den Inhalt des Kuverts zu kommen. Dabei geht manches schief, aber sie erkennt auch in Yisel eine Schicksalsgenossin, die noch größere Probleme hat als sie selbst. Eine zaghafte Annäherung beginnt. Was sie dann im Umschlag finden, überrascht die Mädchen – und Anina wird am Ende gar ihrem seltsamen Namen etwas abgewinnen können.

Eine handgezeichnete Animationsfilmperle: mit viel Charme, trockenem Witz und (kinder-)philosophischem Tiefgang, der auch auf der Berlinale überzeugen konnte.

Handgezeichnet, mit unterschiedlichen Texturen und Tiefen, mit einer Liebe
zum Detail und Farben, wirkt die Animation näher an der Wirklichkeit und allemal überzeugender als all die lieblosen CGI-Helden. Auf der Berlinale konnte die »Oscar«-Einreichung von Uruguay im vorigen Jahr überzeugen, doch es brauchte einen kleinen Verleih, der sich dieser Perle annahm und sie auch für Schulen mit Spanisch-Unterricht zur Verfügung stellt (Cinearte)

Eine Zehnjährige hasst ihren Namen, wegen dem sie in der Schule oft gehänselt wird. Als ihr die Direktorin nach einem Streit auf dem Schulhof einen schwarzen Umschlag gibt, den sie eine Woche lang nicht öffnen darf, beginnt für das fantasievolle Mädchen eine schwere Zeit. Unaufgeregt erzählt der zauberhaft animierte Film von einem Kind, das mit Vorurteilen, aber auch seinen Ängsten konfrontiert wird. Die markante grafische Umsetzung der Geschichte erinnert dabei an ein zum Leben erwecktes Bilderbuch. (O.m.d.U.) FilmDienst

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