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Algier, 1938.
Meursault, ein stiller, unauffälliger Angestellter Anfang
dreißig, nimmt ohne sichtbare Gefühlsregung an der Beerdigung
seiner Mutter teil. Am nächsten Tag beginnt er eine Affäre mit
seiner
früheren Kollegin Marie und kehrt in seinen gewohnten Alltag
zurück. Dieser wird jedoch bald durch seinen Nachbarn Raymond
gestört, der Meursault in seine zwielichtigen Machenschaften
hineinzieht – bis es an einem glühend heißen Tag am Strand
zu
einem schicksalhaften Ereignis kommt.
Mit seiner meisterlichen Neuinterpretation von Albert Camus’
gleichnamigem Literaturklassiker gelingt François Ozon ein
virtuoses Werk von zeitloser Relevanz. In betörenden
Schwarzweißbildern erzählt und getragen von einem erlesenen
Ensemble um Benjamin Voisin, Rebecca Marder und Pierre Lottin,
markiert der Film einen künstlerischen Höhepunkt in Ozons
vielschichtigem OEuvre. DER FREMDE feierte seine umjubelte
Weltpremiere im Wettbewerb der 82. Internationalen Filmfestspiele
von Venedig.
Der Filmemacher
François Ozon wurde
am 15. November 1967 in Paris geboren.
Schon früh begeisterte er sich für das Kino und drehte in seiner
Jugend Super-8-Filme. Nach einem ??lmwissenschaftlichen Studium
an der Université Paris I wurde er an der renommierten
Filmhochschule La Fémis angenommen. 1994 schloss er sein
Regiestudium ab. 1998 drehte er mit der Farce SITCOM seinen
ersten Lang??lm. Mit UNTER DEM SAND, in dem Charlotte Rampling
den Tod ihres Mannes nicht überwinden kann, gelang ihm im Jahr
2000 der große Durchbruch. In seinem darauffolgenden Film, der
Musicalkomödie 8 FRAUEN, konnte er mit Catherine Deneuve,
Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Virginie
Ledoyen und Ludivine Sagnier die Crème de la Crème des
französischen Kinos vereinen. Das Ensemble wurde für seine
herausragende Leistung auf der Berlinale 2002 mit dem Silbernen
Bären ausgezeichnet. Mit seinen Filmen SWIMMING POOL, JUNG
&
SCHÖN, DER ANDERE LIEBHABER und ALLES IST GUT
GEGANGEN war François Ozon insgesamt vier Mal im Wettbewerb
der Filmfestspiele von Cannes vertreten. 2018 erhielt er den
Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (1. Klasse). Im
darauffolgenden Jahr wurde sein Film GELOBT SEI GOTT mit dem
Jury-Preis der Berlinale ausgezeichnet. 2022 eröffnete er mit seinem
Film PETER VON KANT die 72. Internationalen Filmfestspiele Berlin.
Es folgten 2023 MEIN FABELHAFTES VERBRECHEN und 2024
WENN DER HERBST NAHT. François Ozon ist derzeit einer der
produktivsten Regisseure Frankreichs. Dabei versucht er sich stets in
anderen Genres, sei es intimes Drama, Melodrama, Komödie, Krimi,
Musical, Film Noir, Thriller oder Kostüm??lm. Oft basieren seine
Filme lose auf literarischen Vorlagen und immer wieder ??nden sich
darin Reminiszenzen an Vorbilder wie Douglas Sirk, Luchino Visconti,
Joseph L. Mankiewicz, Billy Wilder, Pedro Almodóvar und vor allem
Rainer Werner Fassbinder.

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