"Der lange Sommer der Therorie"

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Drama | Deutschland 2017 | 84 Minuten

Regie: Irene von Alberti






Berlin, Sommer 2016. Im letzten Haus im Niemandsland hinter dem neuen Hauptbahnhof wohnen Nola, Katja und Martina in einer Künstlerinnen-WG. Ihre Zeit ist gezählt, denn bald entsteht hier Europacity. Die drei jungen Frauen leben auch sonst prekär. Katja ist Schauspielerin und hadert mit ihren Rollen, nebenbei vermietet sie Wohnungen an Touristen. Martina ist Fotografin, die keine Lust auf die Schmeicheleien eines Kurators hat und sich lieber mit ihrer Band auf der Bühne die Seele aus dem Leib schreit. Nola macht einen Film, bei dem sie SoziologInnen, HistorikerInnen, Kulturschaffende und TheoretikerInnen interviewt. Ihr geht es um Theorie und wie man sie heute nutzbar machen kann. Nola ist das Zentrum des Films, ihre Interviews erleben wir als Publikum mit. Im mit Sätzen bedrucktem Hosenanzug läuft sie durch den Film zu ihren GesprächspartnerInnen, vorbei an den letzten Baustellen Berlins, durch eine Stadt, die schon verkauft scheint. Es geht um Feminismus, den öffentlichen Raum, Gentrifizierung, Theorie und Praxis im neuen Film von Irene von Alberti. Als essayistisches Diskurstheater inszeniert, bricht "Der lange Sommer der Theorie" immer wieder aufs Neue ganz bewusst in viele unterschiedliche Richtungen aus und stellt damit mehr Fragen, als dass er Antworten geben will.


Drei Bewohnerinnen einer Berliner Künstlerlinnen-WG Mitte 30 werden in ihrem prekären Dasein vom endenden Mietverhältnis, aber auch von der Gentrifizierung ihres Viertels bedroht. Sie erkunden unterschiedliche Handlungsperspektiven, darunter ein Filmprojekt mit Interviews, das einen Überblick über aktuelle Gesellschaftstheorien verschaffen soll. Komplexe Verbindung aus Fiktion, Dokumentation, Theatralität und Essay, die sich humorvoll, aber stets verbindlich mit Feminismus, dem Geschichtsrevisionismus der Filmbranche sowie den politischen Herausforderungen des linken Milieus durch die neue Rechte auseinandersetzt. Das durchaus widersprüchliche Panorama aktueller Verhältnisse gibt sich anti-autoritär und öffnet sich mittels Hypertext den Neuen Medien.
FilmDienst




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