Doku-im-Walzenlager:
"Maria by Callas"

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Dokumentarfilm | Frankreich 2017 | 114 Minuten
Regie: Tom Volf

„Da sind zwei Leute in mir, Maria und La Callas ...“
Mit ihrer Kunst und ihrem Privatleben stand Maria Callas zu Lebzeiten stark im Fokus der Öffentlichkeit. 40 Jahre nach ihrem Tod erzählt die Starsopranistin in MARIA BY CALLAS ihre Geschichte erstmals in ihren eigenen Worten. Dabei sind es weniger die Meilensteine ihrer Karriere, die die sensible Dokumentation beleuchtet, als vielmehr das, was diese besondere Frau in ihrem Tiefsten bewegte und welche Resümees sie aus den Ereignissen ihres Lebens zog.

PRESSENOTIZ
Aus mannigfachem Archivmaterial webte Regisseur Tom Volf ein sehr persönliches Porträt des Weltstars. Den roten Faden bildet ein unveröffentlichtes TV-Interview von David Frost aus dem Jahre 1970. Um die Themen dieses Gesprächs arrangiert Volf einen immensen Reichtum an unterschiedlichsten Zeugnissen wie private Fotos und Videos, Aufzeichnungen ihrer Auftritte und Mediendokumente. In TV- oder Radiointerviews oder auch in ihren Briefen (gesprochen von Eva Mattes): Immer sind es die Worte von Maria Callas selbst, die ihr Leben erzählen. Kunstvoll vervollständigt wird die Erzählung durch insgesamt 10 ausgesungene Arien. MARIA BY CALLAS ist weit mehr als ein klassischer Dokumentarfilm: Tom Volf wirft einen Blick in die Seele einer der bedeutendsten Sängerinnen überhaupt, die mit ihrer Berühmtheit immer haderte. Darüber hinaus ist die raffiniert arrangierte Collage auch Zeitzeugnis einer großen Ära und zeigt Aufnahmen berühmter Weggefährten der Operndiva wie Grace von Monaco, Luchino Visconti oder Elizabeth Taylor.

ANMERKUNGEN ZU TOM VOLF
Das Schicksal habe ihn an den Menschen und das Phänomen Maria Callas herangeführt, glaubt Tom Volf: Im Alter von 28 Jahren stieß er im Januar 2013 nach einem Opernbesuch in New York mehr oder weniger zufällig auf die größte Sängerin des 20. Jahrhunderts. Damals war er zu Studienzwecken in den USA, arbeitete aber parallel bereits als Fotograf, Schauspieler und Filmemacher. Seine Schwerpunkte lagen bei der Vintage-Fotografie mit traditionellen Kameras von Rollei bis Hasselblad. Seine Bilder erschienen in mehreren Modemagazinen, außerdem waren in Paris Ausstellungen von Reisen nach Tibet und zum Nordpol zu sehen.
Als Regisseur drehte er Filme zum Thema Oper, außerdem Werbefilme für Mode ebenso wie Dokumentarfilme fürs Fernsehen und internationale Organisationen wie die OECD. Für Verlagshäuser übernahm er die Promotion für neu erscheinende Buchtitel.
Mit einem enormen Rechercheaufwand, der ihn in alle Erdteile führte, erforschte Tom Volf also seit 2013 Leben und Wirken von Maria Callas und hob bislang ungeborgene Schätze an Archivmaterial in Bild, Film und Ton. Zu diesem Zweck traf er sich in den vergangenen vier Jahren mit etwa 30 überlebenden Zeitzeugen, die der Sängerin nahestanden, wie etwa ihren Hausangestellten und ihrer Gesangslehrerin. Dabei entstanden über 60 Stunden Interviewmaterial.
Volfs Idee, Maria Callas auch 40 Jahre nach ihrem Tod selbst zu Wort kommen zu lassen und damit ihr Bild in der Geschichte für die Nachwelt zurechtzurücken, fand in einem ganzen Werkkomplex Ausdruck: Neben dem vorliegenden Film gingen daraus drei Bücher, eine Ausstellung in Paris im Herbst 2017 und ein Musikalbum hervor. 15

So wurde der mediale Tausendsassa Volf, der auch als Sänger auftritt, als Filmemacher, Buchautor und Ausstellungskurator zum wohl größten lebenden Callas-Spezialisten – ein zum Botschafter ihres Vermächtnisses 40 Jahre nach ihrem viel zu frühen Tod in Paris.